Lernen in Bewegung

       -psychomotorische Entwicklungsförderung in der Schulanfangsphase

Die Grundlage allen Lernens ist der Körper. Um Sachverhalte zu begreifen, erkennen und in Sprache fassen zu können, benötigen wir unseren Körper mit seinen Sinnen.

Auch der Erwerb des Lesens und Schreibens und Rechnens hat seine Basis in der sinnlichen Auseinandersetzung mit der Welt. Sensomotorische Fähigkeiten, wie eine gute Koordinationsfähigkeit, ein adäquater Körpertonus, die Fähigkeit seine Kraft zu dosieren und eine gesicherte Raumvorstellung sind bedeutende Pfeiler in der Entwicklung der Schulfähigkeit. Es gilt als Prinzip der Entwicklung, dass sich Fähigkeiten vom Groben zum Feinen hin entwickeln. So muss ein Kind zuerst seine Grobmotorik entfalten, um seinen Körper fein koordiniert, wie im Schreibprozess notwendig, steuern zu können. Es muss sich in seinem Körperraum sicher fühlen, um mit anderen Menschen und Gegenständen gut in Kontakt zu kommen. Um sich symbolische Räume, wie Buchstaben, Wörter und Sätze aneignen zu können und z.B. den Raum eines Arbeitsblattes selbstständig einteilen zu können, ist eine gesicherte Raumwahrnehmung und Raumorientierung notwendig.

Obwohl das Kind die Laut-Buchstabe-Zuordnung in den Einzelbuchstaben häufig beherrscht, wird so aus Banane eine Bane oder aus Kugel eine Kulge. Verdrehungen von Buchstaben, Auslassungen oder auch Vertauschungen sind beobachtbar. Die sprachlich-auditiven Merkmale des Lautbildes eines Wortes können vom Kind nicht in eine adäquate zeitliche und räumliche Anordnung gebracht werden.

Wahrnehmungsförderung und Bewegungsförderung werden immer mehr Bestandteil der schulischen Unterstützung. Einerseits zeigen die Kinder immer mehr Förderbedarf in diesen Bereichen, andererseits bietet ein Arbeiten in und mit Bewegungen einen sehr motivierenden und kindgemäßen Rahmen und setzt direkt an der kindlichen Lebenswelt an.

Diesen bewegten und kindorientierten Ansatz möchten wir an der Lindenhof-Grundschule weiter verfolgen und vertiefen, um Kindern mit Unterstützungsbedarf eine frühe und individuelle Förderung zu ermöglichen:

Ziele einer ergänzenden psychomotorischen Unterstützung „ Bewegtes Lernen“:

  • Stärkung basaler Fähigkeiten im motorischen und sensorischen Bereich (Gleichgewicht, Koordination, Ausdauer, Feinmotorik, horchen, sehen, Raumwahrnehmung/Orientierung)
  • Ausbau sozial-emotionaler Fähigkeiten (sich in einer Kleingruppe behaupten, miteinander agieren, Wünsche und Interessen äußern, eigene Stärken erkennen und mit eigenen Schwächen umgehen lernen, Stärkung der Lernmotivation)
  • Förderung grundlegender kognitiver Fertigkeiten (Selbststrukturierung, Aufmerksamkeit, Merkfähigkeit, allgemeine Lernstrategien, Handlungsplanung)
  • Unterstützung sprachlicher Fähigkeiten (miteinander agieren, Handlungen versprachlichen, den eigenen Wortschatz erweitern, Satzbau und Satzstrukturen der deutschen Sprache erfahren)
  • Stärkung grundlegender Basisfähigkeiten für das Lernen (mathematische Grundfertigkeiten erfahren (Menge, Zahl, Invarianz, Seriationen, Klassifikation), phonologische Bewusstheit trainieren (Laute im Wort hören- differenzieren, Reime, Silben, Laut-Buchstaben-Zuordnung))



Leitung: Frau Wilke und Frau Ohlens